Woche der Demenz 2020 –

#WIRMÜSSENREDEN

Zur Woche der Demenz empfehlen wir Informationen auf https://www.wegweiser-demenz.de/startseite.html unterstützt vom Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend.

Außerdem gibt es seit kurzem einen hörenswerten Wissenspodcast des DZNE (Deutsches Zentrum für neurodegenerative Erkrankungen) gemeinsam mit der Hörfunk- und Fernsehmoderatorin Sabine Heinrich. In der ersten Folge spricht sie mit Prof. Dr. med. Wolfgang Hoffmann, Sprecher des DZNE Rostock / Greifswald. Er hat ein neues Konzept erarbeitet, „Dementia Care Managements“. Hört mal rein, es ist sehr interessant! Auf die Frage von Sabine Heinrich an Prof. Hofmann, was einer der wichtigsten Dinge in der Betreuung von Menschen mit Demenz sei, antwortete er: „Individuelle Betreuung.“

Wir fühlen uns bestätigt, Individualität ist das Grundkonzept von ichó.

Und hier zum Weiterlesen Gedanken von Astrid Frank:

Am 21.09. war Welt-Alzheimertag. Seit 1994 findet er jährlich statt und ist Auftakt zur sogenannten Woche der Demenz.

Ich habe im Internet recherchiert. „Bayrische Demenz-Woche“ und „Kölner Demenz-Woche“ fand ich zum Beispiel in diesem Zusammenhang.

Sofort assoziierte ich das mit Oktoberfest und bayrische Wochen oder Kölsche Woche mit de Höhner am Hintertuxer Gletscher.

Ich fand die Bezeichnung „Bayrische Demenz-Woche“ ganz spontan irgendwie unpassend. Es klingt so nach feiern, Kapelle, Tanz und Schweinsbraten.

Woche der Demenz – das Motto dieses Jahr lautet „Demenz – wir müssen reden!“

Ja, genau das ist es! Wir von ichó haben das gemeinsam mit vielen Betroffenen, Angehörigen, Pflegekräften, sozialen Betreuern und Ärzten erkannt. Die gemeinsame Kommunikation – egal auf welchem Weg, durch Sprache, durch Handzeichen, durch Blicke oder durch ichó – muss bis zum Schluss erhalten bleiben. Wir müssen reden! Im besten Fall reden wir weiter mit dem an Demenz erkrankten Menschen.

vergiss_mein_nicht_2

Wir müssen aber auch mit allen Beteiligten sprechen. Angehörige, Pflegekräfte, Gesellschaften, Selbsthilfegruppen, Betreuer, Medien, Verbände, Krankenkassen, alle immer wieder am Tisch, an der Theke, auf der Bank, am Gartenzaun, im Konferenzraum, in der Talkshow, im Gesundheitsministerium – wo auch immer – müssen miteinander sprechen.

Warum? Um die Lebenssituation und die Lebensqualität der Betroffenen und deren pflegenden Angehörigen zu verbessern. Um die Forschung weiter voranzutreiben. Um einen großen Teil der Bevölkerung vor Isolierung, Einsamkeit, mangelnder Pflege, zu später therapeutischer Begleitung zu bewahren.

Wussten Sie, dass die medizinischen Leitlinien für Ärzte vor noch nicht allzu langer Zeit lauteten: „Bei Anzeichen von Demenz Diagnose möglichst zurückhalten!“ Das hat man gemacht, weil es keine heilende Therapie gibt. Es sollte Unruhe unter den Betroffenen und Angehörigen vermieden werden.

Bis heute ist die Krankheit immer noch unheilbar. Inzwischen gibt es aber diese Aufforderung zur Zurückhaltung der Diagnose nicht mehr. Im Gegenteil, um so früher erkannt, umso größer sind die Möglichkeiten einer Verzögerung des Krankheitsverlaufes, umso sinnvoller sind Therapien zur Erhaltung der motorischen und kognitiven Fähigkeiten.

Den unermüdlichen Helfern, Pflegekräften, den Ärzten, den Gesellschaften und Verbänden sei gedankt für die Aufklärung der Bevölkerung und der inzwischen großen Aufmerksamkeit in der Gesellschaft. In den letzten Jahren ging da viel voran, transparente Informationen, gut gemachte Reportagen, Menschen, die sich dem Thema intensiv gewidmet haben, sorgten für Fortschritt, Akzeptanz und Verbesserungen der Pflege.

Und das ist auch gut so. Und es ist richtig, dass es die „Demenz-Woche“ gibt. Es ist eine schreckliche Erkrankung und weiß Gott kein Grund zum Feiern. Aber dennoch sollten alle, die sich um die Verbesserung der Therapien zum Erhalt der Lebenswertigkeit eines Menschen mit Demenz sich zwischendurch mal richtig auf die Schulter klopfen. Sie sollten sich feiern für die Erfolge ihrer Arbeit in den letzten Jahren. Und warum dann nicht auch mal nach getaner Arbeit in dieser Demenz-Woche mit ein bisschen Musik und Tanz und von mir aus auch mit Schweinsbraten, gemeinsam mit den Betroffenen. Haben Sie schon mal den magischen Moment erlebt, wenn Menschen mit Demenz ihre Lieblingsmusik hören?